Zwischen 1618 und 1648 wütet von Böhmen ausgehend, dann ganz Deutschland und große Teile Europas erfassend ein verheerender Krieg. Kampfhandlungen, Plünderungen, Zerstörungen, Seuchen und Hunger ließen rund acht Millionen militärische und zivile Opfer zurück. Am Ende zählte das deutsch-römische Reich als Hauptkriegsschauplatz zwischen 15 und 20 Prozent weniger Einwohner. Auf die heutige Einwohnerzahl übertragen wären das zwischen 12 und 16 Millionen Opfer. Der Wert der vernichteten Bauten, Kulturgüter, Kunstschätze und militärischer Materialien astronomisch. Wie konnte es zu dem bis dahin in der Geschichte schrecklichsten aller Kriege kommen? Ein Krieg, der bis heute als klassischer Religionskrieg gilt, war tatsächlich ein Krieg um Macht und Einfluss in Europa. Ein Krieg, den niemand wollte, den aber auch niemand verhinderte, obwohl es dazu viele Möglichkeiten gegeben hätte (vgl. Christopher Clark: „Die Schlafwandler“ von 2012). Es wird deutlich, dass wie bei vielen Kriegen die Bekenntnisse, die offiziellen Positionen und Begründungen der politisch Verantwortlichen einerseits und ihre tatsächlichen Motive, die Gier nach Macht und Einfluss, Eitelkeit und Geltungssucht andererseits, auseinanderklaffen. Ein bis heute aktuelles Thema ist das Phänomen der unaufhaltsamen Zerstörung zentraler Werte von Menschlichkeit und Zivilisation durch Krieg.
Der Titel steht für die historische Figur Friedrichs V. (1596-1632), Pfalzgraf und Kurfürst. Als König von Böhmen (1619-1620) wurde er von der Propaganda seiner Gegner wegen der kurzen Amtszeit als „Winterkönig“ verspottet.
Der Bezug zum historischen Ablauf unmittelbar vor und in der Frühphase des Dreißigjährigen Krieges ist die historische Person Friedrich und der Versuch, die Hintergründe und die Motive für sein Handeln und insbesondere für seine Entscheidungen herauszuarbeiten, die dazu führten, dass ein regionaler Konflikt sich zu einem fürchterlichen europäischen Krieg ausweiteten.
Handlungsorte sind im Wesentlichem die Orte, an denen sich Friedrich während der erzählten Zeit aufhielt. Dazu kommen Orte von Geschehnissen, die Einfluss auf Friedrichs Geschichte hatten. Dabei werden kulturelle Besonderheiten der jeweiligen Region skizziert.
Thema des Romans ist die Lebensgeschichte Friedrichs V., wobei historisch belegte Ereignisse von fiktiven Elementen begleitet werde. Die Verknüpfung von realem Geschehen und literarischem Ausmalen macht den Roman zu einem Historischen Roman.
Frieder Zimmermann: „Die besondere Atmosphäre meines Romans besteht in der unaufhaltsamen Entwicklung, die trotz vieler Möglichkeiten des Ausweichens, der Umkehr, des Anhaltens, des Richtungswechsels am Ende doch mit der dem Leser bekannten Katastrophe endet. Friedrich personfiziert die Tragödie eines ab einem bestimmten Punkt nicht mehr aufhaltbaren Kurses in die Katastrophe“.
Die Handlung ist in der ersten Hälfte des 17 Jahrhunderts angesiedelt. Es ist das Zeitalter des Barock, nach dem Übergangs von Spätmittelalter zu Früher Neuzeit.
Beleuchtet wird die entscheidende Rolle Friedrichs V. für die Eskalation der politischen Spannungen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zwischen dem Kaiser mit Absolutheitsanspruch und den nach Autonomie, politischer und religiöser Selbstbestimmung und Mitsprache strebenden Fürsten zu einem zunächst auf Böhmen begrenzten Konflikt und anschließend zu einem europäischen Krieg.


